Lederrüstung, Lederpanzer, Schuppenpanzer für Orks

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Lederrüstung, Lederpanzer, Schuppenpanzer für Orks

Beitrag von Karstûrz » Mo 30. Jan 2017, 10:48

Hallo zusammen,

ich kann in den letzten Tagen wieder kaum schlafen, weil ich die ganze Zeit über Ork-Zeug nachdenken muss.
Auch wenn es für meinen Charakter nicht passt, lässt mich die Idee nicht los, eine Brigantine zu bauen.

Jetzt habe ich wieder Ugurz' Brigantine gesehen und hab dazu mal ein paar Fragen...

Es geht speziell um eine Bauform ähnlich dieser hier.


Im Gegensatz zu dem Zeug, das ich grade für einen Uruklata baue (keine geraden Kanten, wahllos gewählte Lederstücke usw.), dachte ich, die Schuppen sauber anzunähen, die Nähte zu versenken wie ich es einmal in einem Thread von Hokur gesehen hatte. D.h. die Schuppen vorher einzeln verorken, tiefe Schnitte, Steinschläge usw... aber dann doch mit Sorgfalt annähen.

Aber: Wie ist das dann "orkig"? Was wäre der richtige Weg, dass es handwerklich gut gemacht aussieht aber nicht nur gebraucht/benutzt sondern die richtige Menge "Ork" bekommt?


Ich sehne mich grade bei den ganzen Lederarbeiten danach, mal was zu bauen, was einfach gerade ist... sauber.. handwerklich gut, aber eben dennoch für einen Ork passend ist. Einfach mal die eigenen, handwerklichen (OT) Fähigkeiten ausreizen.


Als zweites hatte ich überlegt, die Rüstung zu verzieren (ja, das wird super aufwendig). Also entweder mit einem Rillenzieher oder Brandkolben Muster/Symbole auf jede Schuppe zu machen. Gibt's da irgendwas was passen würde?

Oder auch Ziernieten auf den Schuppen anbringen? Sowas oder sowas. Also nichts, was besonders fancy wäre... Aber es würde halt wirklich hochwertig aussehen. Die Nieten hätte ich nur auf die Schuppen genietet, die Schuppen an sich dann natürlich aufgenäht.

Und als letztes: Könnte man eine Brigantine nicht auch mit Schuppen machen, die eine andere Form haben als klassisch rechteckig?

(das ganze sollte irgendwie steppig wirken, wenn ihr versteht, worauf ich hinauswill).



Viele Grüße und danke für eure Tipps


P.s.: Ja ich weiß, ich müsste mich erstmal um anderen Kram kümmern. Das mache ich auch parallel. Aber ich kriege die Idee der Brigantine einfach nicht aus meinem Kopf und werde so eine bauen müssen. Für mich oder für jemand anderen... aber ich muss da offenbar mal meine Grenzen austesten....
Zuletzt geändert von Karstûrz am Mo 30. Jan 2017, 20:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Orkige Brigantine bauen... wie?

Beitrag von Draghum » Mo 30. Jan 2017, 12:06

Jetzt bitte erstmal den Wortlaut ändern. Denn: Eine Brigantine ist das nicht. http://www.schaefer-web.name/Bilder%20R ... efront.jpg das ist ne Brigantine.

Was du vorhast zu bauen ist ein Plattenrock mit Leder statt mit sich überlappenden Stahlplatten. Wenn ich das richtig gesehen habe, willst du einen lederrock nähen und darauf Lederplatten aufnähen. Natürlich kannst du es hochwertig herstellen und hinterher verranzen.

Ich würde es tatsächlich so angehen: Erst mal so herstellen - wie du es dir vorgenommen hast - hochwertig. Das heißt alles sauber ausschneiden und sorgfältig aufnähen. Dann halt entsprechende Gebrauchsspuren. Das ganze geht allerdings stark richtung Dura-Hai. Ziernieten wären dann natürlich drin. Aber logisch angebracht (Da wo sie auch einen Nutzen haben).

Was die Platten angeht - nein die müssen nicht rechteckig sein. Die müssen nur zueinander und ineinander passen. Und du solltest drauf achten, dass du an den relevanten Stellen beweglich bleibst. Die Originaen Plattenröcke (14. Jahrundert) und Brigantinen (15. Jahrhundert) wurden nicht umsonst mit sich überlappenden Platten auf das Trägermaterial aufgenietet. Damit du beweglich bleibst. Überlappend, damit kein Schwerthieb an den Plannten vorbei in deinen Körper geht. Aber hier ist es ja vor allem Optik, kein OT Schutz der wichtig ist. Beweglichkeit bleibt aber relevant.

Also erst herstellen und dann durch den Kakao ziehen. Das wäre der Weg, den ich mir vorstellen könnte.

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Re: Orkige Brigantine bauen... wie?

Beitrag von Karstûrz » Mo 30. Jan 2017, 12:26

Hallo Draghum,

besten dank für deine Hinweise.

Ich bin nur dem "Trend" gefolgt, nach dem das Ding in allen möglichen Larp-Shops tatsächlich als Brigantine verkauft wird (Beweisstück 1, Beweisstück 2)

Zu den Ziernieten:
Wo wären denn Ziernieten logisch angebracht? Ich wäre in meiner Naivität einfach davon ausgegangen, dass Ziernieten nicht logisch angebracht werden müssten sondern nur "optisch ansprechend", quasi zur Zierde. D.h. immer 3 Stück in wiederkehrendem Muster auf jede Schuppe genietet. Falsch?

Hast du vielleicht ein Beispielbild, für die Brigantine, die du weiter unten beschreibst mit den überlappenden Platten?
Grade durch die Überlappung wäre man doch weniger beweglich als mit diesem Plattenrock, oder nicht?

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Re: Orkige Brigantine bauen... wie?

Beitrag von Draghum » Mo 30. Jan 2017, 19:18

Ad 1: https://imagr.eu/up/4cdaa6be977378_brig2.jpg Brigantine 15. Jahrhundert. Keine Ziernieten. Die sehen von innen so aus: https://imagr.eu/up/4cdaa6dd2373f3_pc03 ... r-side.jpg das ist eine aufwändig verzinnte Variante.

http://images.google.de/imgres?imgurl=h ... 1&biw=1920 Die Seite beschreibt einen Coat of Plates - Einen Plattenrock um 1361 (Schlacht von Wisby)

http://www.mardinus.home.pl/oferta/img/ ... mg_128.jpg Das ist eine Italienische Variante des Plattenrocks. Etwa 1380 bis 1420. Die Ziernieten haben hier durchaus einen Zweck: Sie sorgen für genügend Halt der Brustplatte auf dem Trägermaterial, was (authentischer - scheiß Ausdruck) eigentlich aus 2 bis 3 Lagen Leinen und einer Oberschicht Samt war.

Ziernieten an sich sind grundsätzlich so eine Sache. Natürlich kann man Formen Aufnieten. Grundsätzlcih wurden die aber auch da eingesetzt, wo Teile miteinander verbunden waren oder wurden in die Konstruktion, die die Platten auf das Obermaterial gehalten haben, eingesetzt.

Die Muster der Nieten (3 im Wiederkehrenden Muster) wurden tatsächlich bei Originalen aufgefunden - hatten aber hauptsächlich einen Modischen Charakter. Rüstungen hielten sich tatsächlich auch an die Mode der jeweiligen Epoche. Du Kannst natürlich Ziernieten anbringen wie du willst. Es geht dabei aber mehr um die Tatsache: Es soll eine Orkrüstung werden. Allein aus dem Grunde sollte es in erster Linie praktisch sein.

Die Überlappung schränkt die Beweglichkeit eben nicht ein. Die sorgt dafür, dass die Platten übereinander "Gleiten" und sich somit an die Bewegung anpassen. Das Obermaterial ist entsprechend weich und verhält sich wie Kleidung. Die Platten schieben sich übereinander und machen dich beweglich. Starr aufgenähte Schuppen aus (rüstleder) - kommt ja auch drauf an, wie starr das Leder ist - sorgen dann unter Umständen für eine gewisse Starre am Körper. Da muss dann unauffällig darauf geachtet werden, dass das mehr oder Minder Tailliert ist. Du wirst das ansonsten halt merken, wenn du sitzen willst. Im Extremfall (Ich hab das leider gerne mit ner Lamellenrüstung) machst du die Schildkröte.. und das kann ungewollt komisch aussehen.

Die von dir gezeigten Bilder zeigen eben die typischen Larpbrigantinen. Da könnte zwischen den Lederplättchen natürlich ausreichend Platz zum Stauchen sein, damit das gerade nicht passiert.

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Re: Orkige Brigantine bauen... wie?

Beitrag von Karstûrz » Mo 30. Jan 2017, 20:55

Vielen Dank für die fundierte und ausführliche Antwort.

(Vielleicht finden wir ja am MG mal Zeit uns vorher oder nachher OT über diese Art von Dingen zu unterhalten).

Ich definiere neu:
Ich möchte einen Lederpanzer bauen, der sehr beweglich ist, aber gut schützt. Die einzelnen Schuppen, die übereinandergleiten hören sich gut an.
Wenn ich aber Schuppenpanzer sehe oder Lamellare, scheinen diese sehr eng geflochten, wodurch ich vermuten würde, dass das gleiten und beugen dadurch doch wieder eingeschränkt ist.

Wie würde man das angehen bzw. wie wäre dafür der richtige Ausdruck?
Oder bau ich das eher wie die von mir verlinkten "Pseudo-Brigantinen" mit dem Unterschied, dass ich die Schuppen nicht vollflächig aneinandernähe sondern nur an den Oberseiten annähe und dann überlappend wie ein Ziegeldach anbringe? D.h. jede Reihe hälftig versetzt zur vorhergehenden? D.h. auch ggf. in Dachziegel-Form?

Würde man auch hier ein weiches Oberleder o.ä. als Basis nehmen?

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Re: Lederrüstung, Lederpanzer, Schuppenpanzer für Orks

Beitrag von Draghum » Di 31. Jan 2017, 09:15

Wenn es wirklich nur Leder sein soll: Lass das besser mit den überlappenden Platten wie bei Plattenröcken etc.. Weil: Das wird sonst viel zu schwer. Lederrüstungen sind in der Regel (wenn du hartes Rüstleder nimmst) schwerer als Plattenrüstungen. Wenn du eine Schuppenrüstung machen willst: Schuppen mit Oberkante auf das Trägermaterial nähen. Ob du da leder nimmst oder Stoff ist eigentlich egal. Leder ist halt teuerer / schwerer als Stoff, bei Stoff brauchst du wiederum mehrere Lagen, wenns halten soll. Auch wenn du keinen Schutz brauchst - Larprüstungen werden auch recht stark beansprucht.

Eine Maßnahme wäre, wenn du die Rüstung praktisch 2Teilig aufbaust. z. B. ein Teil der bis zur Taille reicht (über Bauch und alles bis zu den Rippen) Und ein zweiter Teil darüber und das ganze dann Flexibel über Bänder (Genietet - gerne dann auch mit größeren Ziernieten) verbinden. Dann kannst du nämlcih auch den Stil der Larp-Brigantinen Verbauen. https://www.dein-larp-shop.de/ruestzeug ... lank?c=517 ähnlich wie das hier dann. Wichtig ist: Große Beweglichkeit brauchst du im Bereichd er Taille und der Hüfte. Der Rest ist von Natur aus etwas starrer. Wenn du es schaffst, das so hin zu bekommen, wärst du beweglich und wärst deinem Stil in Etwa treu geblieben.. Über die Hüfte könntest du dann praktisch Beintaschen hängen lassen, die ebenfalls mit Bändern mit dem Bauchteil verbunden wären.

Hoffe, das war halbwegs anschaulich erklärt.

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Re: Lederrüstung, Lederpanzer, Schuppenpanzer für Orks

Beitrag von Karstûrz » Mi 1. Feb 2017, 10:48

Hi,

ich habe mir jetzt nochmal länger Gedanken gemacht. Tatsächlich glaube ich, dass die erste Idee (Leder als Basis und rechteckige Platten) den besten Kompromiss zwischen Schutz, Optik und Beweglichkeit bieten.

Ich habe dazu mal eine Skizze angehängt.

Wenn man die Schuppen rechteckig macht, hat man durch das flexible Unterleder ja immer eine Art "Gelenk" (auf der Skizze rot) zwischen den Platten. Wenn ich die Form der Platten ändere (siehe Schuppen rechts, noch schlimmer in einer "Puzzle-Stück-Form"), geht mir die komplette Flexibilität verloren und es wir eine ca 5 mm dicker Lederplatte, die sehr steif ist.

Je mehr ich überlappen lasse, desto mehr geht es ins Gewicht.
D.h. im Endeffekt:

- Je kleiner die Schuppen werden, desto flexibler bleibt alles
- Je kleiner ich die Zwischenräume der Schuppen mache, desto mehr bin ich IT geschützt
- An den Rändern kann man ja durchaus mit der Schuppenform abweichen, um ggf. runde Abschlüsse o.ä. hinzubekommen.

Dieser Leder-Klappen-/-Plattenrock ist daher denke ich ein guter Kompromiss aus Optik, Stabilität und Schutz. Dass mir da IT etwas passiert, müsste ja auch das Schwert (o.ä.) exakt (!) senkrecht zu den Plattenzwischenräumen auftreffen, was ja imho eher nicht passieren würde. Zweite Gefahr wäre dann eher ein Stoßspeer o.ä.


Für den OT Schutz gegen Wuchtwaffen bin ich nur unsicher, ob die steifen Lederplatten genügend Puffer bieten oder ob ein Gambeson oder eine ähnliche Art der Polsterung nicht angebracht wären.



Edit: Leider kommen die Farben auf der Skizze nicht gut durch.

Braun: Außenlinien der einzelnen Schuppen
Blau: Nähte
Rot: "Gelenk", hier könnte das Leder abknicken und dadurch flexibel bleiben.




Edit: Oder wäre doch sowas passender für was Steppenartiges?
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Re: Lederrüstung, Lederpanzer, Schuppenpanzer für Orks

Beitrag von Morkoth » Mi 1. Feb 2017, 18:48

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